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mit Blick auf belastete Kinder

mit Blick auf belastete Kinder

Die Förderung von Kindern mit zusätzlichem Förderbedarf kann durch den Einsatz digitaler Medien erleichtert werden. Unser Förderansatz richtet sich demnach an eine rein individuelle Form der Verwendung digitaler Medien. Digitale Lernplattformen bieten durch ihre multimediale Darbietung eine inklusive Qualität, in der auf die ganz individuellen Förderschwerpunkte belasteter Kinder eingegangen werden kann.
In der Flut an Möglichkeiten der digitalen Förderung gilt es dementsprechend einige didaktische Aspekte zu beachten. Denn digitales Lernen birgt Risiken & muss durchdacht angewandt werden.

Einsatz digitaler Förderangebote bei vielfältigen Problemen (Vgl. Heusinger, 2020)

Medienangebote unterscheiden sich in ihren Inhalten, Zielvorstellungen, Interaktivitätseigenschaften, angesprochenen Sinnesmodalitäten, Darstellungsformen, Navigations- und Ablaufstrukturen und Gestaltungstechniken (Vgl. Herzig, 2014). Daher ist eine ausgewählte Lernplattform nicht pauschal gewinnbringend für alle Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf. Es gilt verschiedene inklusionsspezifische Aspekte der Beeinträchtigung von belasteten Kindern ins Zentrum der Förderung zu rücken.

Ist das Kind müde?
Hat es Zuhause unkontrollierten Zugang zu Medien?
Weigert es sich zur Mitarbeit?
Ist gerade etwas Besonderes passiert (Streit,…)?

Die digitale Förderung soll auch auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Meistens reicht die Tatsache, dass die Kinder wissen, sie dürfen gleich etwas am Tablet oder Computer machen, um sie für die bevorstehende Arbeit zu motivieren. Heutige Kinder wachsen in einer digital geprägten Welt auf, in der sie eine natürliche Neugier digitaler Geräte entgegebringen. Doch nicht immer ist ein Einsatz in jeder Situation gewinnbringend.

Es gilt herauszufinden, ob in jeder Fördersituation der Einsatz digitaler Werkzeuge auch tätsächlich zu Erfolgen führt. Ist das Kind zu müde, weil es gestern viel zu spät ins Bett ging, so sollte auf den medialen Einsatz eventuell verzichtet werden und stattdessen eine körperaktivierende Übung erfolgen.

Bei dieser Beeinträchtigung gilt es Einstellungen am Computer oder Tablet so durchzuführen, dass die Benutzer trotz eingeschränkter Sehfunktion die Fördermöglichkeiten wahrnehmen können.

Beispielsweise sollte eine Farb- oder Kontrastanpassung, die Auswahl kontrastreicher Schriftarten sowie die Schriftgröße am Gerät erfolgen.

Viele Lernapps haben zudem eine Vorlesefunktion, die dem Kind die Handhabung erleichtert.

Es liegt nahe, dass man bei Hörfähigkeitsproblemen die Lautstärke des Gerätes individuell anpassen sollte. Eine Nutzung von Kopfhörern wird empfohlen, da somit störende Außengeräusche besser ausgeblendet werden können.

Je nach Förderschwerpunkt sollte man Lernapps oder Internetseiten verwenden, die eher visuell unterstüztend wirken, statt auditiv. Anderenfalls existiert die Möglichkeit das Hörgerät des Kindes mit dem mobilen Gerät zu koppeln, sodass der Ton (wenn dieser zum Fördern benötigt wird) an das Hörgerat geleitet wird.

Ist das geförderte Kind motorisch beeinträchtigt, so gibt es technische Funktionen, die trotz Hilfestellung seitens Förderlehrkraft eigenständiges Arbeiten ermöglicht. Beispielsweise kann eine Diktierfunkion eingerichtet werden.

Um höhere Funktionen, wie Steuerung über Sprache, Kopfbewegungen oder Eye-Tracking nutzen zu können, muss man Geräte besitzen, die eine solche Steuerung integriert haben. An dieser Stelle gerät die digitale Förderung mit herkömmlichen PC´s und Tablets an ihre Grenzen.

Kindern, denen ein direkter sozialer Austausch mit Mitmenschen schwer fällt, können vom Einsatz digitaler Förderumgebungen besonders profitieren.

Wichtig ist hierbei eine Visualisierung der Informationen bei gleichzeitiger Vermeidung von Reizüberflutungen.

Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung haben so die Möglichkeit digitales Lernen als Rückzugsort wahrzunehmen, in dem sie für eine vorgegebene Zeit alleine unter Ausschluss aller Störfaktoren (bestenfalls mit Kopfhörern) an einer Lernplattform individuell üben können.

Für SchülerInnen mit Aufmerksamkeitsproblemen sollte die Anzahl an digitalen Lernapps oder Übungen begrenzt werden, diese können sich nämlich nur schwer auf eine Aktivität konzentrieren.

Das digitale Förderangebot gilt es zu individualisieren und in einzelne kleine Lernsnacks zu zerlegen. Es gilt kürzere Einheiten zu planen, damit das Kind nicht durch die Fülle an Inhalten überfordert wird. Eine solche Förderung wäre demnach kontraproduktiv.

Im Zusammenhang mit einer Hyperaktivität ist es wichtig Kindern den Raum zu bieten, sich über das Erlebte in der digitalen Förderung auszutauschen.

Kinder, die noch nicht lange in Deutschland leben und die Sprache noch nicht umfassend beherrschen, können besonders von digitaler Förderung profitieren.

Nicht nur das umfangreiche Angebot an Lernapps für Deutsch als Zweitsprache, sondern auch der Einsatz multimedialer Inhalte verspricht gute Erfolge. Digitale Lernformate sollten demnach durch Bilder sowie Audiodateien unterstützend wirken. Viel wichtiger ist an dieser Stelle jedoch die Interaktion mit der Lehrkraft, die bei Aussprache- und Verständnisschwierigkeiten helfend zur Seite steht.

Mittels Wiederholung des Gelernten wird spielerisch der Wortschatz erweitert.

Kinder, die in der Leseleistung gefördert werden müssen, sollten digitale Lernangebote wählen, die in leichter Sprache mit einfachen Aufgabenstellungen genutzt werden können.
Bestenfalls sollte die Aufgabenstellung  durch Audioanweisungen erklärt werden.

Besonders wichtig im Leselernprozess ist im Grundschulalter die Schrifteinstellung. Diese sollte groß und eindeutig sein. Kinder in der ersten und zweiten Klasse lernen zunächst die Druckschrift und sind leicht verunsichert, wenn die Schriftart davon abweicht. Folgende typografische Einstellungen gelten als besonders benutzerfreundlich: gerade Schriftart, hohe Schriftgröße, Linksbündigkeit, weiter Zeilenabstand.

Darüber hinaus sollten digitale Lernangebote besonders im Förderbereich Lesen und Rechnen am individuellen Stand der Kinder angelehnt sein. Es nützt dem Kind nichts, das Satzverständnis zu trainieren, wenn es die einzelen Wörter noch nicht erlesen kann.

Leidet das geförderte Kind zudem an Dyslexie und hat zum Beispiel Schwierigkeiten die Richtung von Buchstaben zu unterscheiden, so rückt die Schrift digital eingesetzter Medien ins Zentrum der Förderung.

Diese sollte bei digitalen Lernplattformen eindeutig sein. Somit sollten Lernapps mit kreativen und schnörkelartigen Schriften vermieden werden. Auch der Abstand zwischen den Buchstaben, Wörtern und Zeilen sollte möglichst groß ausfallen.

Weiterführende Literatur

Heusinger, Monika (2020): Lernprozesse digital unterstützen. Ein Methodenbuch für den Unterricht. BELTZ

Herzig, Bardo, Prof. Dr. (2014): Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht? BERTELSMANNS STIFTUNG

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